Interview: Eric Seifert - So holst du die maximale Performance aus deiner Stark VARG

Eric Seifert teilt seine exklusiven Insights aus der Rennpraxis – von der optimalen PS-Einstellung bis zum Geheimvorteil der Handhinterradbremse für maximale Kontrolle.

Von der Rennstrecke in den Vertrieb: Eric Seifert über das Siegerpotenzial der Stark VARG

Mein Name ist Eric Seifert. Ich bin Sales Manager bei Stark Future und verantworte den Vertrieb für die nördliche Hälfte Deutschlands – ab Frankfurt am Main – sowie für die Niederlande. Zu meinen zentralen Aufgaben gehört der Ausbau der Marke in meinem Vertriebsgebiet. 

Das Jahr 2025 war in dieser Hinsicht außergewöhnlich erfolgreich: Allein in Deutschland konnten über 1.000 Stark Varg EX zugelassen werden. Ein solches Ergebnis wäre ohne unsere engagierten Händler undenkbar. Damit ist die Stark Varg aktuell das meistverkaufte Enduro-Motorrad in Deutschland und in mehreren europäischen Märkten.

Ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg liegt in den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der neuen Elektrotechnologie. Das nahezu geräuschlose Fahren eröffnet zahlreiche Vorteile für unsere Kunden und erschließt gleichzeitig völlig neue Zielgruppen. Menschen, die sich zuvor nie für ein Enduro-Motorrad interessiert hätten, entdecken nun die Möglichkeiten dieser Technologie.

Mit steigenden Verkaufszahlen, einer wachsenden Community und weiterhin enormem Interesse an unseren Motorrädern rückt jedoch auch ein anderes Thema zunehmend in den Fokus: der Rennsport. In Deutschland gibt es inzwischen mehrere Rennserien, in denen unsere Motorräder im direkten Wettbewerb gegen Verbrennermodelle antreten dürfen.

Dazu gehören unter anderem:

der MSR Cup im Motocross-Bereich
die GCC – German Cross Country Championship im Enduro
sowie die Hardenduro Series Germany

In all diesen Serien sind Stark-Motorräder bereits heute vertreten und beweisen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Auch international renommierte Veranstaltungen wie das Red Bull Erzbergrodeo in Österreich oder die Red Bull Romaniacs in Rumänien erkennen das Potenzial der Elektromobilität und treiben den Wandel im Endurosport aktiv voran.

Auch ich selbst stehe mittlerweile regelmäßig mit der Stark Varg EX am Start verschiedener Rennen. Im vergangenen Jahr konnte ich einen Lauf der GCC in Schefflenz gewinnen, einen ersten Platz in der E-Klasse der Hard Enduro Series Germany erreichen sowie einen fünften Platz in der Profi-Kategorie erzielen. Darüber hinaus habe ich in der Vergangenheit internationale Erfahrungen gesammelt: Ich habe das Sea to Sky in der Türkei gefinisht, einen zweiten Platz beim Red Bull Abestone in Italien in der Sport-B-Klasse erreicht und an Veranstaltungen wie dem Erzbergrodeo und dem Getzenrodeo teilgenommen.

Gerne möchte ich meine Erfahrungen mit dem Motorrad und einige Einstellungen teilen, die sich für mich im Rennbetrieb bewährt haben. Durch die zahlreichen Rennen im vergangenen Jahr habe ich die Stark Varg EX intensiv kennengelernt und mich sehr detailliert mit ihrer Abstimmung beschäftigt.

Ein Thema, das immer wieder diskutiert wird, ist die Hinterradbremse. Für mich persönlich ist es essenziell, sie zusätzlich am Lenker zu haben. Dadurch hat man ein deutlich besseres Gefühl für die Bremse, eine gleichmäßige Fußposition auf den Rasten und vor allem mehr Kontrolle in schwierigen Situationen – etwa wenn das Motorrad in einer steilen Auffahrt zurückzurollen beginnt.

Ein weiteres zentrales Thema sind die Leistungseinstellungen. Diese sind extrem individuell und hängen stark vom Fahrstil ab. Grundsätzlich gilt für mich jedoch oft das Motto: Weniger ist mehr. Da der Elektromotor jederzeit ein sehr hohes Drehmoment bereitstellt, muss die Leistung viel präziser über das Gas dosiert werden. Das Gefühl, das man bei einem Verbrenner über die Kupplung entwickelt, verlagert sich hier vollständig in die Gashand. Die gute Nachricht dabei ist: Ein feines Gefühl für den Gasgriff zu entwickeln ist deutlich einfacher, als den perfekten Umgang mit der Kupplung zu erlernen – besonders im Hardenduro, wo nur sehr wenige Fahrer die Kupplung wirklich perfekt beherrschen.

Ich habe mich deshalb sehr langsam an höhere Leistungen herangetastet und sie nur dann erhöht, wenn ich das Gefühl hatte, das Motorrad vollständig unter Kontrolle zu haben und mit mehr Leistung tatsächlich schneller fahren zu können. Bei meinen ersten Trainings mit der EX bin ich mit etwa 25 bis 30 PS im Standardmodus gefahren. Heute hat sich meine bevorzugte Einstellung bei maximal etwa 45 PS eingependelt – sowohl im Motocross als auch im Enduro.

Gerade im Hardenduro, wo viel Gefühl in der Gashand gefragt ist, ist es wichtig, den gesamten Gasweg zu nutzen. Nur so lässt sich auch auf sehr rutschigen Untergründen kontrolliert Traktion aufbauen. Die Einstellung der regenerativen Bremse ist stark vom Fahrer abhängig. Ich fahre in der Regel mit etwa 20 Prozent Rekuperation und habe zusätzlich einen Modus mit etwa 70 Prozent für lange Abfahrten.

Bei der Motorbremse sollte man jedoch vorsichtig sein: Bei hoher Bremsleistung und sehr rutschigem Untergrund kann das Hinterrad schnell blockieren. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Nach vielen Tests habe ich mittlerweile eine Leistungskurve gefunden, die für mich optimal funktioniert und alle Anforderungen abdeckt.

Wenn ich im Hardenduro besonders technische Passagen fahre – also Streckenabschnitte, in denen wenig Schwung aufgebaut werden kann, aber maximale Traktion gefragt ist – empfehle ich eine Leistung von etwa 25 PS. Dadurch entsteht ein sehr präzises Gefühl für das Gas. Im Motocross fühle ich mich hingegen mit etwa 45 bis 50 PS am wohlsten.

Ab Werk bietet Stark zudem die Möglichkeit, die passende Fahrwerkshärte zu wählen. Das Fahrwerk deckt generell einen sehr breiten Einsatzbereich ab und erhält durchweg positives Feedback. Auch bei den Sitzbänken gibt es verschiedene Optionen. Persönlich bevorzuge ich die Grip-Version, da sie für mich den besten Kompromiss aus Halt und Komfort bietet.

Am besten lässt sich das Potenzial der Stark Varg EX jedoch in der Praxis erleben. Deshalb empfehle ich jedem Interessierten, das Motorrad selbst zu testen. Der einfachste Weg führt über den lokalen Händler. Unsere Händler verfügen in der Regel über Vorführmodelle und organisieren regelmäßig Testveranstaltungen auf abgesperrten Strecken, bei denen man das Bike unter realistischen Bedingungen ausprobieren kann.

Besonders deutlich werden die Unterschiede, wenn man zunächst mit der Stark Varg fährt und anschließend wieder auf sein eigenes Motorrad mit Verbrennungsmotor wechselt. Genau in diesem direkten Vergleich spürt man sehr schnell die Vorteile der elektrischen Antriebstechnologie – von der unmittelbaren Leistungsentfaltung bis hin zur präzisen Kontrolle über das Motorrad.

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