Motogp: Die Prominenten auf der Abschussliste

2027 peitscht der härteste Reglement-Besen seit Menschengedenken durchs MotoGP-Paddock. 850 Kubik, Pirelli-Schlappen und Aerodynamik-Kastration, da bleibt kein Stein auf dem anderen. Kein Team geht mit der gleichen Truppe an den Start, manche werfen gleich die gesamte Fahrerpaarung im hohen Bogen beim Fenster raus.

Fünf gestandene Haudegen aus dem aktuellen Feld schauen 2027 durch die Finger. Drei Dinge verbinden die Herren: Alle haben die 30 auf dem Buckel überschritten, alle haben GP-Siege im Trophäenschrank stehen und alle dümpeln aktuell in der zweiten Tabellenhälfte herum. Wer die Härte des Motorsports nicht versteht, sollte lieber Hallenhockey spielen.
 

Die Prominenten auf der Abschussliste

Franco Morbidelli – Der sanfte Wandervogel
Vizeweltmeister 2020 auf Yamaha, drei GP-Siege, acht Podestplätze. Und trotzdem fühlt sich seine Karriere seit gefühlten Ewigkeiten wie eine Dauerbaustelle an. Mit Ende 30 schaut’s düster aus für Franky in der Königsklasse. Derzeit gilt er als heißester Kandidat für die SBK-Werkssitzbank bei Aruba.it Ducati an der Seite von Iker Lecuona. Damit würde er den Staffelstab von Nicolò Bulega übernehmen, der wiederum in die MotoGP zum VR46-Team aufsteigt. 

Maverick Viñales – Das ewige Rätsel
Zehn GP-Siege, 35 Podien, auf Suzuki, Yamaha und Aprilia vorne mitgeigt. Der Mann hat Talent für drei Leben, aber das Glück einer pechschwarzen Katze unter der Leiter. Seit seinem Wechsel zu KTM von Verletzungen gebeutelt, dümpelt "Top Gun" aktuell auf Rang 22 herum. Die Spatzen pfeifen es von den Boxendächern: Der 31-jährige Katalane hat die Nase voll und steht kurz vor dem endgültigen Rücktritt. Servus, Maverick!

Alex Rins – Die klamme Romantik
Sechs MotoGP-Siege hat der Rins im Gepäck. Als Suzuki 2020 den Titel holte (mit Mir), war Rins WM-Dritter. Seit die Truppe aus Hamamatsu den Stecker gezogen hat, ging’s bergab. Weder auf Honda noch auf Yamaha kam der große Durchbruch. Rins schielt zwar voller Sehnsucht rüber zur Superbike-WM, aber kein Werksteam schlägt bisher zu. Und bei den Kundenteams? Da müsste Alex ein paar hunderttausend Euro an Sponsorengeld mitbringen. Schmerzhaft!

Jack Miller – Der Million-Dollar-Jack
Jacka hat Anfragen aus der Superbike-WM, aber der Australier verlangt eine glatte Million an Gage! Solche Summen stemmen im SBK-Paddock derzeit bestenfalls Honda oder BMW. Honda müsste dafür erst ein Satellitenteam aufstellen (wo Miller neben Jake Dixon andocken könnte). Auch BMW zeigt verhaltenes Interesse, aber trotz vier GP-Siegen greift keiner schrecklich gierig nach der Brieftasche. Aktuell dümpelt Jack auf Rang 20, einen mickrigen Zähler vor seinem Rookie-Teamkollegen Razgatlioglu.

Brad Binder – Der ungezähmte Drifter
Der Südafrikaner gilt mit seinem aggressiven Fahrstil als geborener Superbike-Wrestler und hat extrem gute Karten bei BMW. Auf der unruhigen KTM RC16 findet er dieses Jahr einfach nicht die Balance, ist aber auf Rang 13 immer noch der mit Abstand Stärkste unter den "Ausgemusterten". Binders beste Saison bleibt 2023 mit WM-Rang 4. Jetzt riecht es gewaltig nach Tapetenwechsel.

Die neuen Gesichter für 2027
Die Jugend drängt gnadenlos nach. Unter den Frischlingen, die 2027 die 850er-Raketen zähmen wollen, handeln die Spione im Paddock allen voran Nicolò Bulega (VR46 Ducati), Daniel Holgado (Gresini Ducati), Moto3-Phänomen David Alonso (Honda / LCR), Izan Guevara (Pramac Yamaha) sowie den Australier Senna Agius (Tech3 KTM).

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