Ein Leben im Zeichen des Motorsports
Ulrich Leitner, geboren 1945, bewies schon früh technisches Geschick und unternehmerischen Geist. Bereits mit 13 Jahren nahm er an seinem ersten Trial-Wettbewerb teil. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Edith und seinen Brüdern baute er das Unternehmen BLM (Brüder Leitner Motorräder) auf, das sich von einer kleinen Garagen-Werkstatt in Aflenz zu einem bedeutenden Importeur von Weltmarken entwickelte.
Pionierarbeit und Marktentwicklung
Leitner war maßgeblich daran beteiligt, internationale Marken in Österreich zu etablieren: Er brachte Marken wie Bultaco, Ossa, Fantic, GasGas sowie später Premium-Marken wie Ducati und Cagiva auf den heimischen Markt.
Qualitätsstandards: Sein Einfluss bei Herstellern wie Fantic führte sogar zur Entwicklung spezifischer Modelle (z. B. 50ccm Trial) und setzte neue Maßstäbe in der Lieferqualität.
Visionär:
Leitner erkannte früh, dass Trial die Grundlage für jede Form des Motorradfahrens ist, und organisierte bereits in den 1970er Jahren erste Fahrsicherheitstrainings und Offroad-Kurse.
Wegbereiter für moderne Strukturen
Besonders hervorzuheben ist Leitners Einsatz für den lizenzfreien Motorsport. In einer Zeit rechtlicher Unsicherheiten kämpfte er gemeinsam mit Mitstreitern und dem heutigen Staranwalt Dr. Manfred Ainedter für die Rechtssicherheit von Hobby-Veranstaltungen. Er war Mitbegründer der Strukturen (OGT/OLT), aus denen letztlich der heutige ÖTSV hervorging.
Unkonventionell und leidenschaftlich
Ob er den elterlichen Hubertushof zum ersten Motorradhotel der Region umfunktionierte oder mit Edith – die selbst Fahrtrainings leitete – gegen Konventionen verstieß: Ulli Leitner blieb stets ein Macher, der aus eigener Begeisterung heraus verkaufte.
Unendlich viele Anekdoten
Mit einem Schmunzeln erzählt Uli:
„Peter Hirsch (1939-2021) kam regelmäßig mit einer Puch zu mir. Peter war damals Testfahrer für die Puch Entwicklungsabteilung in Graz. Dann schnappte ich mir meine Bultaco Metralla und wir verglichen die Motorräder in den umliegenden Bergstraßen. Häufig verabschiedete sich Peter von mir mit dem Satz: „Da müssen wir noch etwas verbessern...“
Quelle: Alfred Wagner, ÖTSV
Link: https://www.a-trial.info/trial-walther/leitner-ulli