Dorna Chef Ezpeleta zieht die Schrauben an

Wenn Dorna-Sportdirektor Carlos Ezpeleta das Mikrofon in die Hand nimmt, zittern im Paddock meistens die Buchhalter oder die Chefingenieure. Diesmal traf es gleich beide Fraktionen auf einmal, aber mit sehr unterschiedlichem Ausgang!

Die Formel 1 macht es seit Jahren vor, und jetzt will auch die MotoGP den ewig gierigen Geldhahn etwas zudrehen: Die Dorna arbeitet mit Hochdruck an der Einführung eines echten Budget Caps (Einsatz- und Budgetobergrenze) für die Hersteller. Gleichzeitig gab es eine klare Absage an all jene Fantasten, die aus der Königsklasse ein verkleidetes Markenpokal-Kasperltheater machen wollten.

Das Budget Cap: Schluss mit der Kohle-Verschwendung
Bisher galt im MotoGP-Paddock oft das Gesetz der dicken Brieftasche: Wer 50 Millionen mehr in die Entwicklung ballert, fährt den anderen auf den Geraden davon. Ezpeleta stellt klar: Ein Budget Cap soll her, um die Herstellerkosten einzufangen und das Feld extrem eng zusammenzuhalten. Die Umsetzung im Motorradsport ist zwar technisch und juristisch ein Albtraum (wer kontrolliert, was Yamaha in Japan oder Ducati in Borgo Panigale im Geheimen entwickelt?), aber das Ziel steht fest.

Die "Einheitsbike"-Idee: Im hohen Bogen abgeschmettert
Im Zuge des großen Reglement-Umbruchs 2027 (850 ccm, Pirelli-Reifen, Aero-Kastration) geisterte ein absurder Vorschlag durch die Boxengassen: Warum baut man nicht ein weitgehend identisches Standard-Chassis oder Einheits-Motorrad für alle, um Kosten zu sparen?

Ezpeleta wankte nicht und schob dem Wahnsinn den Riegel vor: Die MotoGP bleibt die absolute Königsklasse der Prototypen! Jeder Hersteller muss seine eigene DNA, seinen eigenen Rahmen und seinen eigenen Motor entwickeln dürfen, sonst können wir gleich Moto2 schauen.

Kalender & Reifen: Das neue Zeitalter
Neben den Finanzen stehen die Zeichen für 2027 endgültig auf Umbruch. Der Wechsel von Michelin zu Pirelli bringt völlig neue Dynamik in die Entwicklung der 850er-Prototypen. Zudem betont Ezpeleta, dass der Rennkalender mit aktuell 21 bis 22 Wochenenden am Limit angekommen ist. Qualität vor Quantität, denn wie wir wissen, liegt die Hälfte des Feldes bereits im Spital!


Foto: Presse Motogp

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