In einer ausführlichen Videoreportage gibt der 22-jährige Red Bull KTM Werkspilot Simon Längenfelder seltene und authentische Einblicke in sein Leben als Profi-Athlet und zeigt den enormen Aufwand hinter seinen Erfolgen in der FIM Motocross-Weltmeisterschaft.
Belastungen auf Formel-1-Niveau: Pulswerte bis zu 200 Schläge pro Minute
Für Außenstehende mag der Motocross-Sport primär vom Motorradfahren geprägt sein, doch die athletischen Anforderungen an die Piloten gehören zu den höchsten im gesamten Motorsport. In den Wertungsläufen der MX2-Weltmeisterschaft müssen die Fahrer zweimal sonntags jeweils 30 Minuten plus zwei Runden bei maximaler Ausdauer abliefern.
Simon Längenfelder:
„Wir haben während der Rennen einen Puls von 190 bis 200. Man muss im Endeffekt nur Gas geben, aber es ist extrem anstrengend. In der Wintervorbereitung absolvieren wir täglich zwei bis drei Einheiten. Während der Saison geht es darum, das Training kontinuierlich an die Reisen, die Regeneration und die Belastungen auf dem Bike anzupassen .“
Spezifisches Athletiktraining und Parallelen zum Rudersport
In seiner eigenen Trainingshalle absolviert der gebürtige Oberfranke im Winter und zwischen den Grand-Prix-Wochenenden gezieltes Kraft- und Ausdauertraining. Ein zentrales Element bilden dabei Ergometer wie der BikeErg und der Indoor Rower von Concept2. Die Bewegungsabläufe beim Rudern weisen dabei erstaunliche Parallelen zur Arbeit am Lenker der 250ccm-Werkamaschine auf: Das durchgehende Ziehen, Halten und Ausgleichen des Oberkörpers unter hoher Belastung simuliert die Oberkörperstabilität, die auf den ausgefahrenen Strecken gefordert ist.
Neben der Ausdauer setzt Längenfelder auf gezieltes Kraftausdauertraining, Rumpfstabilität für den unteren Rücken sowie auf moderne Reaktionsboxen zur Schulung der Reflexe, um am Startgitter im Feld von 40 Fahrern sekundenschnell zu reagieren.
Konstanz und Akribie als Schlüsselprinzipien
Trotz des enormen Tempos auf der Strecke legt Längenfelder im Training wie im Rennen größten Wert auf Kontrolle und technische Präzision. Akribische Videoanalysen nach den Trainingseinheiten gehören für den KTM-Werkspiloten fest zum Tagesablauf.
Simon Längenfelder:
„Geschwindigkeit oder Konstanz? Man braucht im Endeffekt beides. Ohne Speed kann man nicht konstant sein. Aber ich bin eher ein Fan davon, etwas Tempo herauszunehmen, um auf der sicheren Seite zu sein. Bei 20 Weltmeisterschaftsläufen im Jahr kann so viel passieren. Ich schraube lieber das Risiko etwas herunter, als am Ende auf die Nase zu fallen.“
Das Ziel vor Augen: Zweiter Titel und Aufstieg in die Königsklasse
Für Längenfelder, der sich im vergangenen Jahr zum MX2-Weltmeister krönte, bleibt der Blick fest nach vorne gerichtet. Sein erklärtes Ziel ist der zweite Titelgewinn in der MX2-Klasse, ehe reglementbedingt dann der Aufstieg in die MXGP-Königsklasse ansteht.
Ausblick auf das finale Übersee-Triple-Header:
Ohne Atempause geht die FIM Motocross-Weltmeisterschaft nun direkt in den entscheidenden Endspurt: Bei den verbleibenden drei aufeinanderfolgenden Übersee-Grands-Prix in der Türkei (Afyon), China (Shanghai) und Australien (Darwin) fallen in den kommenden Wochen die finalen Entscheidungen um die WM-Krone 2026.
Quelle:
MR/AL