Mit der technischen Überlegenheit des Amerikaners war dies tatsächlich der sicherste Weg, sich vor der letzten Etappe einen komfortablen Vorsprung zu sichern, sodass die morgige Runde um Yanbu in „Brabec Boulevard” umgetauft werden kann. Und genau das ist auch passiert: Mit seinem 13. Etappensieg und seinem zweiten in diesem Jahr hat der Honda-Fahrer nicht nur die fraglichen 23 Sekunden wie einen Schluck Monster-Energy-Drink verschlungen, sondern auch seinen Vorsprung auf Benavides auf 3'43'' ausgebaut, sodass Ricky nun sein dritter Titel in Sichtweite ist.
Die Möglichkeit, dass Luciano Benavides auf der letzten Etappe ein Comeback feiert, kann nicht völlig ausgeschlossen werden. Sein Bruder Kevin gelang dieses Kunststück 2023, allerdings lag er damals nur 12 Sekunden hinter Toby Price. Morgen startet der Argentinier mit 3 Minuten Rückstand auf den neuen Spitzenreiter, hat aber nur 105 Kilometer Zeit, um aufzuholen, eine Distanz, auf der Brabec die Bonusse für den Spitzenreiter (insgesamt bis zu 1'23'') einstreichen wird. Der Red Bull KTM Factory Racing-Fahrer müsste also fast schon übermenschlich schnell sein, um die Gesamtwertung zu seinen Gunsten zu drehen.
Skyler Howes und Adrien Van Beveren machten heute Morgen den Weg frei, ließen aber bald die Duellanten an der Spitze kämpfen. Die beiden Honda-Fahrer hatten einen Rückstand von über 24 bzw. 13 Minuten. Die Verlangsamung des Amerikaners hinderte ihn nicht daran, einen Platz in der Gesamtwertung aufzusteigen (auf Platz 4), da er von Sanders' schlechter Form aufgrund einer Schulterverletzung profitierte, wodurch der Australier nun auf Platz 5 liegt. Der Franzose liegt unmittelbar hinter Sanders auf Platz 6 mit einem Rückstand von acht Minuten.
In der Rallye-2-Klasse übernahm Tony Mulec gestern die Gesamtführung und baute sie heute weiter aus, sodass er nun 6’12’’ vor Preston Campbell liegt.
Quelle: Dakar
MR/DA