Italien plant neue Regeln für Motorräder

Wer mit dem Auto nach Italien fährt, muss sich künftig möglicherweise auf deutlich andere Verkehrsregeln einstellen. Die italienische Regierung hat einen Entwurf zur Reform des Codice della Strada gebilligt, der vor allem Motorradfahrern mehr Bewegungsfreiheit im Stau geben soll. Beschlossen ist die Reform damit aber noch nicht: Das Parlament muss dem Gesetzespaket zunächst zustimmen!

Neue Regeln in bella italia?

 

Im Zentrum steht eine Änderung für Autobahnen. Bei Unfällen, stockendem Verkehr oder Stau sollen Motorräder den Pannenstreifen nutzen dürfen. Das gilt jedoch nicht als Freifahrtschein: Die Zweiräder sollen nur langsam und umsichtig fahren und Einsatzfahrzeugen jederzeit sofort Platz machen. Auf Straßen ohne Pannenstreifen ist ein ähnliches Prinzip geplant. Steht der Verkehr, sollen Autofahrer ihre Fahrzeuge seitlich an den Fahrbahnrand rücken – links nach links, rechts nach rechts. In der Mitte entsteht dann ein Korridor, durch den Motorräder und Roller vorbeikommen sollen. Das erinnert an die deutsche Rettungsgasse, ist aber nicht nur für Einsatzfahrzeuge gedacht.

Wer diesen Korridor blockiert, muss mit einer Strafe von 80 bis 320 Euro sowie zwei Punkten im italienischen Führerscheinregister rechnen. Da in Italien Punkte verloren statt gesammelt werden, ist das für Vielfahrer besonders unangenehm.

Auch beim Thema Geschwindigkeit ändert sich einiges: 

Statt fester Bußgeldstufen soll die Strafe künftig proportional zur Überschreitung steigen. In Städten sind 5 Euro je gefahrenem km/h über dem Limit vorgesehen, auf Autobahnen 10 Euro. Für Motorradfahrer gibt es zudem einen Anreiz, Schutzkleidung zu tragen: Nach dem Entwurf kann die Geldstrafe bei einem selbst verursachten Unfall halbiert werden, wenn die vorgeschriebene Schutzausrüstung getragen wurde.

Bis das Gesetz tatsächlich gilt, bleibt aber alles beim Alten. Der Ministerrat hat den Entwurf lediglich in erster Lesung gebilligt; erst nach dem Parlamentsverfahren und der Veröffentlichung im Amtsblatt treten neue Pflichten in Kraft.


Quelle: ansa.it 
Foto:KI
MR/DA