Wie man einen Burnout bei 280 km/h hinlegt

Ein anständiger Burnout gehört auf den Parkplatz vor dem Bierzelt, wo der Gummi nach Qualm und Freiheit stinkt. Wer aber bei 280 Sachen auf einer rutschigen Salzfläche einen Burnout hinlegt, ohne es eigentlich zu wollenm der hat entweder den Verstand verloren oder sitzt auf einem 400-PS-Monster namens Buell.

Vollgas im Hause Buell

Willkommen auf den legendären Bonneville Salt Flats! Dem Ort, wo Männer zu Mythen werden und wo das US-Team von Buell das „Project Leviathan“ auf die Piste rollte.

Das Ziel: 402 km/h. Die Realität: Rauchzeichen bei 287 Sachen
Die Idee von Buell-Chef Bill Melvin war denkbar einfach: Man nehme den 1190er V-2-Motor aus der Super Cruiser (der strassenseitig schon brave 175 PS stemmt) und flansche einen Turbo dran. Ergebnis? Mehr als 400 PS an der Hinterwalze und abartige 290 Newtonmeter Drehmoment. Das Ziel im Visier: Die Magische-400-km/h-Schallmauer durchbrechen.

Auf dem Papier klingt das gewaltig. Auf dem rutschigen, unberechenbaren Salz von Bonneville ist das schlicht lebensgefährlich. Der Testpilot und Buell-Entwickler Jacob Stark musste nämlich feststellen: Egal bei welchem Tempo, wenn man den Gashahn spannt, dreht das Hinterrad gnadenlos durch!

Ab dem vierten Gang und jenseits der 240 km/h gab es kein Halten mehr. Das Heck schräg raus, der Reifen verpuffte im Schlupf und erzeugte einen satten Burnout bei einer Geschwindigkeit, bei der andere schon das Testament aufsetzen.

Romantik, Fettnäpfchen und Schrauber-Ehre
Am Ende fehlte es an Grip, Aerodynamik und Prüfständen. Statt der angestrebten 402 km/h standen mühsam erkämpfte 287,3 km/h auf der Uhr.

Ein Flop? Mathematisch gesehen ja. Aber wir wissen: Bonneville verzeiht alles, solange man Schweiß, Rauch und Heldenmut mitbringt. Ohne Windkanal und ohne High-Tech-Dyno schraubte das Team direkt im Salzstaub und holte innerhalb weniger Tage fast 80 km/h mehr aus der Kiste heraus. 

Was bezweckt Buell wirklich?
Böse Zungen in der Redaktion behaupten: Buell will derzeit vor allem eines, Lärm machen! Seit die Marke 2021 ohne Gründer Erik Buell neu auferstanden ist, werfen sie Prototypen am Fließband auf den Markt. Erst das Hillclimbing-Monster „The Goat“, dann die 200-PS-Café-Racer-Eintagsfliege und jetzt die Turbo-Leviathan für den Salzsee.

Unser Fazit:
Ziel verfehlt, aber die Show war der Hammer! Ein Burnout im vierten Gang bei 280 km/h zeigt jedenfalls, dass in den Adern der Amis noch echtes Benzin fließt. Und während wir in Europa noch auf die ersten Serien-Lieferungen der Super Cruiser warten, trösten wir uns mit der Gewissheit: Bei Buell raucht’s wenigstens noch gescheit!

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