Die Highlights der Pressemitteilung kurz und knackig:
Das klingt nach dem großen Befreiungsschlag: Endlich eine faire, offene Rangliste, die den Sport vereint, ohne dass Fahrer sich in eine teure Meisterschaft einschreiben müssen: Teilnehmen, gut fahren, Punkte kassieren. Und ja: Die Teilnahme am Ranking ist für Fahrer kostenlos und automatisch – sie müssen sich nicht separat anmelden, nur beim Event als Fahrer eingeschrieben sein.
Aber: Die Pressemitteilung kam ein bisschen zu früh und wirkt etwas überstürzt. Die Website enduroworldranking.com ist am Nachmittag des 31. Januar noch nicht online – am 1. Februar soll sie es sein. Das ist kein Drama, aber es lässt Fragen offen: Wie genau läuft die Anmeldung für Veranstalter? Welche Events sind neben dem Erzbergrodeo und den Romaniacs schon als Supreme/Premium eingestuft? Wie wird konkret mit E-Bikes umgegangen? Die Infos in der PM sind solide als Grundlage, aber die Details fehlen.
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SPEEDWEEK hat außerdem erfahren: Das Preisgeld von 100.000 USD ist garantiert und zunächst von Erzbergrodeo und Romaniacs finanziert. Parallel laufen Gespräche mit Industriepartnern, die das Potenzial haben, es sogar zu erhöhen. Mehr Geld für die Top-10? Das würde den Sport definitiv attraktiver machen.
Das bringt die Weltmeisterschaft ins Wanken
Der Launch kommt genau jetzt, wo die FIM Hard Enduro World Championship (HEWC) 2026 wackelt: Die WERA hat gerade angekündigt, dass ihre Top-Fahrer (inkl. fünffachem Weltmeister Manuel Lettenbichler) nur noch maximal sechs der neun HEWC-Rennen fahren – wegen Kosten, Logistik und fehlender Finanzhilfe vom Promoter. Und plötzlich gibt’s eine Alternative: Eine offene Rangliste, die auch Erzberg, Romaniacs, Tennessee Knock-Out und viele andere Events einbezieht. Kein Zwang zu einem überladenen, kostenintensiven Kalender, keine Lizenzpflicht – einfach die besten Leistungen weltweit bewerten.
Ein möglicher Kandidat für ein weiteres Supreme-Event: Das Silver Kings Hard-Enduro in den USA – ein Highlight mit riesigem Potenzial, das perfekt in dieses System passen würde.
Fazit: Ein mutiger Schritt – mit viel Potenzial und ein bisschen Chaos. Das HEWR könnte der Game-Changer sein, den der Hard-Enduro-Sport braucht: Mehr Sichtbarkeit, faire Vergleichbarkeit, Unterstützung für kleine Veranstalter und neue Zielgruppen (ja, auch E-Bike-Fans). Es adressiert genau die Probleme, die die HEWC gerade hat – und könnte sie sogar in den Schatten stellen.