Fabio Quartararo hat bei HRC unterschrieben, weil Marc Marquez bei Ducati unterschrieben hat. Und der Rest ergibt sich (fast) von selbst, von Acosta über Bagnaia bis hin zu Martin.
Aber wenn der Wechsel von Fabio Quartararo zu Honda HRC so gut wie offiziell ist, dann deshalb, weil der Prinz der Motorrad-Weltmeisterschaft bereits entschieden hat: Marc Marquez bleibt auch in den nächsten Jahren bei Ducati, und Jorge Martín scheint auf dem Weg zu Yamaha zu sein.
Nach Marc Marquez werden auch die anderen wechseln. Das war, kurz gesagt, die Annahme, auf die sich die gesamte Fachpresse und die Manager der MotoGP geeinigt hatten. Andererseits war es kein Geheimnis, dass der Franzose mit Yamaha auf Kriegsfuß stand, ebenso wie die Tatsache, dass Aprilia ihm zwar ein schnelles Motorrad garantieren konnte, aber sicherlich nichts, was auch nur annähernd an das Gehalt heranreichte, das er bei Honda bekommen wird.
Wenn HRC jedoch seinen Vertrag mit Fabio Quartararo abgeschlossen hat, bedeutet dies, dass die Verhandlungen mit Marc Marquez nicht erfolgreich waren und dass der Spanier (wie Gigi Dall'Igna bereits angekündigt hatte) einen Vertrag für zwei weitere Jahre bei Ducati unterschrieben hat, wodurch er die ersten zwei Jahre mit 850-Motoren und Pirelli-Reifen in Borgo Panigale fahren wird. Das bringt uns zu einem weiteren, sehr gewichtigen Gerücht, das Massimo Rivola vor einigen Wochen bei der Aprilia-Präsentation in Umlauf gebracht hat: Pedro Acosta ist bereits in Rot, mit Marc auf der anderen Seite der Box. Diese Gerüchte werden wiederum durch Spekulationen bestätigt, wonach Maverick Vinales kurz davor steht, seinen Platz auf der offiziellen KTM einzunehmen.
Daher bleibt ein großes Fragezeichen hinter Pecco Bagnaia, der unter diesen Umständen den gerade von Fabio Quartararo frei gewordenen Platz bei Yamaha einnehmen könnte, vielleicht sogar zusammen mit Jorge Martín. Die wahrscheinlichste Alternative für Pecco scheint Aprilia zu sein, das jedoch nicht das Budget der Japaner garantieren kann. Vielleicht ist das für ihn aber auch in Ordnung, wenn man bedenkt, dass er dort seinen besten Freund im MotoGP-Fahrerlager und ein italienisches Team vorfinden würde, das zu allem bereit ist, um Ducati in Schwierigkeiten zu bringen.
Schwer vorstellbar ist hingegen Bagnaia in einem Satellitenteam wie beispielsweise dem VR46 Racing Team, vor allem wenn man bedenkt, was es für ihn bedeuten würde, das gleiche Motorrad in einem privaten Team zu fahren, aber das ist eher ein Gefühl und vieles wird von den Entscheidungen des Turiner Fahrers abhängen. Eher fundiert scheint hingegen das Gerücht über den bereits erwähnten Jorge Martín zu sein, der einen Zweijahresvertrag bei Yamaha unterschrieben haben soll, das nun seinen Weltmeister verloren hat, und darauf wartet, seine erste richtige Saison bei Aprilia zu fahren. Die zahlreichen Verletzungen des letzten Jahres und die Unsicherheiten über seine sportliche Zukunft hätten ihn nämlich dazu bewogen, seine Situation zu sichern.
Völlig offen bleibt schließlich der Markt für Satellitenteams und die nächsten Rookies, angefangen bei David Alonso (der hingegen ohne Überraschungen zu VR46 oder Gresini wechseln könnte) bis hin zu Daniel Holgado, die jedoch zunächst die Saison in der Moto2 beginnen müssen. Denn die MotoGP-Saison hat offensichtlich schon längst begonnen.
Foto: Fabio Quartararo Facebook
MR/DA