Die World Enduro Riders Association (WERA) gab heute eine deutliche Erklärung zum Kalender der FIM Hard Enduro Weltmeisterschaft (HEWC) 2026 ab. Sie betont die Notwendigkeit eines nachhaltigeren und machbareren Zeitplans, der die Realitäten von Profifahrern, Werksteams, Herstellern und der gesamten Enduro-Gemeinschaft berücksichtigt. Trotz wiederholter Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit dem Promoter ProTouchGlobal und dessen Meisterschaftsdirektor Ross Whitehead hat die WERA angekündigt, dass ihre Mitglieder in dieser Saison an maximal sechs HEWC-Läufen teilnehmen werden – sofern keine nennenswerte finanzielle Unterstützung des Promoters für Reisekosten, Logistik und Nenngelder erfolgt.
Die Bedenken der WERA resultieren aus Gesprächen, die lange vor der Veröffentlichung des Kalenders begannen. Im September und Oktober 2025 führten WERA-Vertreter – darunter Präsident Alfredo Gomez, Manuel Lettenbichler, Mario Roman und Billy Bolt – persönliche Gespräche mit Whitehead während der Events Hixpania und GetzenRodeo. Zu diesem Zeitpunkt äußerte ProTouchGlobal die Absicht, fast zehn Rennen für 2026 zu planen, während Whitehead erklärte, er sei offen für eine Zusammenarbeit mit der WERA an einem Kalender, der für alle Beteiligten Sinn ergebe.
Die WERA riet ausdrücklich dazu, maximal sechs HEWC-Runden einzuplanen, da Profis und Teams auch Verpflichtungen bei Nicht-HEWC-Events wie dem Red Bull Erzbergrodeo und den Red Bull Romaniacs haben. Diese „6+2“-Struktur trägt den aktuellen Herausforderungen der Branche Rechnung, einschließlich gekürzter Budgets bei Teams und Herstellern. Die Logistikkosten sind nach wie vor untragbar hoch – nicht nur für die Elite, sondern auch für die Amateurfahrer, die das Rückgrat des Hard Enduro bilden. Diese Probleme verschärften sich bereits in der Saison 2025 durch Rennen auf mehreren Kontinenten (einschließlich Afrika und den USA), was die Ressourcen und die Teilnehmerzahlen stark belastete.
Einen Tag nach der Bekanntgabe des neun Läufe umfassenden HEWC-Kalenders Mitte Dezember 2025 kontaktierte die WERA Whitehead umgehend. Der Anruf wurde jedoch erst Mitte Januar 2026 erwidert – einen vollen Monat später. Trotz klarer Kommunikation der Gründe für eine Kalenderbegrenzung hielt der Promoter an dem erweiterten Zeitplan fest. Bis heute hat ProTouchGlobal keine Rückmeldung zu potenzieller finanzieller Unterstützung gegeben, sodass Fahrer und Teams die gesamte Last allein tragen.
„Die WERA hat sich immer für ein kollaboratives Umfeld zum Wachstum des Hard Enduro eingesetzt“, sagte Alfredo Gomez, WERA-Präsident. „Wir haben unsere Bedenken mehrfach vor der Kalenderbekanntgabe geäußert. Leider wurde unser Input nicht angemessen berücksichtigt, was uns zu diesem Schritt zwingt, um die Nachhaltigkeit des Sports zu schützen.“
In Anbetracht dieser Entwicklungen haben die WERA-Fahrer und Hersteller einstimmig beschlossen, dass nur sechs HEWC-Runden machbar sind. Die Vereinigung hat spezifische Rennen identifiziert, die aufgrund übermäßiger logistischer Anforderungen, Kosten und Terminkonflikte nicht besucht werden:
XL Lagares (Portugal): Als eines der abgelegensten Events in Europa stellt es große logistische Herausforderungen dar, verstärkt durch einen Prolog, der weit vom Hauptrennen entfernt stattfindet.
Roof of Africa (Lesotho): Der Standort erfordert massive Logistikkosten; zudem wurde das Event als das aus Fahrersicht am schlechtesten organisierte Rennen der letzten Jahre kritisiert.
Sea to Sky (Türkei): Hohe Logistik- und Registrierungskosten machen eine Teilnahme unhaltbar, verschärft durch die unzureichende Vorbereitungszeit zwischen diesem Event und Hixpania.
Forza Orza (Schweden): Dieses Rennen kollidiert direkt mit dem Tennessee Knock Out (TKO), einem Schlüsselevent für viele Profis. Die WERA schlägt eine Verlegung vor.
Die WERA-Fahrer werden sich ausschließlich auf die folgenden sechs Runden konzentrieren: Alestrem, Silver Kings, Abestone, Wild Woods Extreme, Hixpania und Forza Orza (sofern das Datum angepasst wird).
Diese Entscheidung unterstreicht das Engagement der WERA für die langfristige Gesundheit des Hard-Enduro-Sports. Die Vereinigung hofft weiterhin auf einen zukünftigen Dialog mit ProTouchGlobal
Über die World Enduro Riders Association (WERA) Die WERA ist eine von Fahrern geführte Organisation, die sich für Transparenz und Innovation im Hard Enduro einsetzt. Sie vertritt die Interessen der Fahrer gegenüber den Stakeholdern für fairere und attraktivere Events.
Quelle: WERA PA