Die Stadt Wien hat den Vorzeigegaskranken offiziell vergoldet. Statt Methanol-Geruch und Kettenfett gab es feierlichen Secco, Stuhlreihen ohne Schlammspuren und echten VIP-Auflauf: Die Familie war da, die altgedienten Weggefährten aus der Schotter-Schickeria, und mitten drin der Karl, gewohnt aufrecht, als müsste er gleich auf der Zielzielgeraden noch schnell zwei KTMs überholen.
Die Predigt vom Schilling
Als Laudator durfte Mark Schilling ans Mikrofon treten. Wer geglaubt hat, es gibt trockenes Beamtendeutsch, kennt die Hawara nicht. Schilling zerlegte Katochs Schaffen mit der Präzision eines frisch eingestellten Vergasers. Er würdigte nicht nur die Jahrzehnte, in denen Katoch aus einem schlammigen Steinbruch das größte Hard-Enduro-Spektakel des Planeten gezimmert hat, sondern vor allem die Sturheit, mit der man sowas gegen jeden gesunden Menschenverstand durchzieht. Eine Eigenschaft, die man in Wien normalerweise als „Auseinandersetzungsfreude“ bezeichnet, auf der Piste aber schlicht Siegeswille heißt.
Bravo, Karl!
Dass der Katoch-Karl jetzt ein offizielles Ehrenzeichen am Revers trägt, ändert am Ende wenig: Wenn im Frühjahr der Berg wieder ruft, steht der Patron trotzdem im Staub und schreit die Starterfeld-Meute zusammen. Aber für einen Abend war es verdammt schön zu sehen, wie der härteste Motorsport der Welt mitten im Rathaussaal eine Ehrenrunde gedreht hat.
Wir ziehen den Helm, verneigen uns tief vor dem Lebenswerk und sagen auf Gut-Wienerisch: Ois Gute, Karl, auf die nächsten dreißig Jahr Vollgas!