Popo-Schmerzen beim Motorradfahren : Sitzbanktest

Gleich vorweg, es geht um Gesäßschmerzen bei langen  Motorradfahrten und nicht um Schmerzen bedingt durch  gewisse sexuelle Praktiken, oder durch den bekannten Plexus  haemorrhoidalis superior.  

Der Sitzbanktest

Viele kennen es, nach längerer Fahrt beginnt es um das Gesäß  taub zu werden, bis langsam ein schwer zu beschreibender  Druckschmerz einsetzt. Man kann einfach nicht mehr sitzen.  Also steht man auf, fährt stehend weiter, versucht durch  Bewegung die Muskeln zu lockern, aber sobald man sich  wieder hinsetzt, beginnt dieser Schmerz wieder, in immer  kürzer werdenden Abständen, bis man schließlich stehenbleibt  und eine Pause macht.  

Danach beginnt das Spiel wieder von vorne. Eine mühsame Geschichte, wenn man davon betroffen ist und lange Strecken können zu einer richtigen Quälerei werden.  

Findige Geschäftemacher haben den Braten schon länger  gerochen und es gibt spezielle Unterhosen mit Geleinsätzen, Gelsitze, Gelauflagen, auch Lammfelle sind mittlerweile verbreitet.  

Manche Hersteller bieten mittlerweile Lösungen an:  - KTM z.B. die Ergo-Sitzbank für knappe 200 EUR  - Touratech BMW Sitze ab 500.- EUR sogar mit Heizung  

- SeatConcepts aus den USA für viele gängige Motorradtypen  um ca. 600.- EUR. Typisch für Amerika gibt es auch die XL Wide Sitzbank, speziell für jene, die mit ihrem Hintern einen  so großen Schatten werfen, dass nie die Sonne dahinter  scheint. 

Nachdem der Autor auch unter dem Problem der  Gesäßschmerzen bei langen Etappen leidet, wurden schon  einige Euros investiert, beginnend mit der Gelunterhose, die  jedoch keine Wirkung zeigte und daher nicht empfehlenswert  ist. Auch die Ergo Sitzbank brachte keine Abhilfe und ist daher  auch nicht zu empfehlen, also wurde sehr kompliziert über Deutschland der SeatConcepts Sitz mit 6 Wochen Wartezeit  aus den USA bestellt.  

Der Vergleich:  

Unter strengen Laborbedingungen wurden die 3 Sitzbänke  einer GasGas (KTM) 700 verglichen und ganz genau  vermessen. Die originale Sitzbank hatte die geringste Breite, die Ergo Bank mit einem Geleinsatz war minimal breiter, während der SeatConcepts Sitz mit einer speziellen Form, vorne schmal wie das Original, hinten wesentlich breiter, als Breitensieger hervorstach.  

Im Praxistest, bei einer spätsommerlichen 3 Tagestour durch Friaul bestätigte sich dann, was das Maßband schon zeigte. Der breitere Sitz von SeatConcepts war für den Autor die  einzige Möglichkeit tatsächlich Abhilfe zu schaffen.  

600.- Flocken und mehrere Wochen Wartezeit sind jedoch  keine kleine Investition und dafür bekommt man zwar einen  ergonomisch gut geformten Sitz, jedoch leidet die Qualität. Die Sitzschale ist so weich, dass sich die Sitzbank im  montierten Zustand vertikal bewegen lässt, der Sitzüberzug  scheint sehr dünn zu sein und lässt sich ebenfalls von Kern  abheben. 

Wenn man den Fuß nicht mehr schwungvoll von hinten über das mit Gepäck beladene Heck bekommt, sondern mit  angezogenem Fuß versucht diesen über den Sitz zu wuchten, während die Hände den Biceps Femoris halten, dann besteht  große Gefahr die dünne Haut der SeatConcepts Bank mit Teilen des Schuhwerks aufzutrennen, wie der Sushi Koch mit einem Santokumesser den Fugu.  

Fazit:  

Sitzkissen, Ergositz, Gel-Unterhose, nichts hat geholfen, außer  der breitere Sitz von SeatConcepts, der jedoch die teuerste  Variante bei bescheidener Qualität darstellt. Wann bietet  endlich ein europäischer Hersteller so eine Lösung in besserer Qualität und zu vernünftigeren Preisen an?  

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