Stark Future steigt mit dem brandneuen Stark OxMoto Team in die EnduroGP ein

Es ist eine alte Weisheit, dass der Mensch im Allgemeinen zwei Dinge benötigt, um glücklich zu sein: ein festes Feindbild und einen Motor, der so viel Lärm macht, dass man die eigene Ehefrau beim Mittagessen nicht verstehen muss. In der Welt des Enduro-Sports war dieses Glück bisher in Eisen gegossen – oder besser gesagt: in Zweitaktgemisch und Viertaktgebrüll. Doch nun, meine Damen und Herren, ist etwas Ungeheuerliches geschehen.

OXmoto auf Stark

Stark Future, ein Unternehmen, dessen Name bereits nach einer sehr teuren Versicherung für Raumfahrer klingt, hat beschlossen, in die heiligen Hallen der EnduroGP einzuziehen. Und sie kommen nicht allein. Sie bringen das „Stark OxMoto Team“ mit.

Man stelle sich das vor: Zehn Hersteller werden beim Saisonauftakt in Sizilien (10.-12. April) am Start stehen. Neun davon werden wie eh und je die Luft mit wohlriechenden Abgasen schwängern und die Vögel in den Bäumen durch schiere Dezibel-Gewalt in den vorzeitigen Ruhestand schicken. Und dann ist da die Nummer zehn.

Die Stark VARG EX. Ein Motorrad, das nicht knattert, nicht röhrt und nicht einmal beleidigt spuckt, wenn man es am Morgen bei Kälte weckt. Es summt lediglich. Es summt so diskret, als würde es sich gerade bei der Königin von England für einen Tee entschuldigen.

Das Team, geführt von einem gewissen Cyril Raynaud (einem Mann, der laut offiziellen Papieren an dieses Projekt glaubt, was in unserer heutigen Zeit schon fast an religiösen Eifer grenzt), schickt zwei Todesmutige ins Feld. Da ist David Herbreteau, ein Franzose, der in der E2-Klasse antritt. Er ist der Neuling, was bedeutet, dass er wahrscheinlich noch nicht weiß, worauf er sich eingelassen hat. Ihm zur Seite steht Marc Sans, ein Spanier mit der Erfahrung von fünf Podestplätzen, der in der E3-Klasse zeigen soll, dass man auch ohne einen Tropfen Super Plus gewinnen kann.

Die Fachwelt ist gespalten, wie es sich für eine ordentliche Katastrophe gehört. Die Traditionalisten, jene Männer, die sich morgens mit Getriebeöl rasieren, behaupten, ein Elektromotorrad im Enduro-Sport sei wie ein alkoholfreies Oktoberfest – technisch möglich, aber moralisch höchst fragwürdig.

Doch die Leitung von Stark Future, unter dem strengen Blick von Racing Director Sébastien Tortelli, bleibt ungerührt. Sie reden von „Professionalität“, „Ambition“ und „Hingabe“. Worte, die man normalerweise nur benutzt, wenn man entweder eine Bank überfällt oder ein Elektro-Team für die härteste Weltmeisterschaft der Welt gründet.

Die Revolution beginnt also in Custonaci, Sizilien. Während die anderen Fahrer versuchen werden, ihre Maschinen durch die Schlammlöcher zu prügeln, werden Herbreteau und Sans vermutlich einfach lautlos an ihnen vorbeigleiten, wobei das einzige Geräusch das leise Quietschen ihrer Stiefel auf den Fußrasten sein wird.

Es ist eine schöne neue Welt. Man kann jetzt Weltmeister werden, ohne die Nachbarn zu wecken. Mein bester Freund Horvath, ein Mann, der eine alte Honda fährt, die mehr raucht als ein Schornstein im Winter, sagt, das sei das Ende der Zivilisation. Ich hingegen sage: Wenn das so weitergeht, müssen die Zuschauer in Zukunft ihre eigenen Soundeffekte mitbringen.

„Brumm, brumm“, meine Damen und Herren. „Brumm, brumm.“

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