Aprilias Erfolgsgeschichte
Die Anfangsphase der WM 2026 steht ganz im Zeichen von Aprilia. In den ersten zwei Rennen holte der italienische Hersteller vier Podestplätze, saisonübergreifend feierte Werkspilot Marco Bezzecchi in Brasilien seinen vierten Sieg in Serie. ServusTV-Experte Gustl Auinger: „Dass sich Aprilia in einer guten Entwicklungsphase befindet, wusste man. Diese Dominanz ist aber doch ein bisschen überraschend. Es gibt auch keinen wirklichen Grund, warum der Lauf enden sollte. Von einem Machtwechsel zu sprechen, wäre allerdings zu früh.“
Umso erstaunlicher ist die Breite des Teams, wenn man das so unterschiedliche Personal unter die Lupe nimmt. „Bezzecchi ist ein sehr dankbarer Typ, der wesentlich mehr leistet als er nach außen ausstrahlt. Und die beeindruckende Auferstehung von Jorge Martín liegt nicht nur am Doktor oder dem Trainingsplan, sondern am gesamten Paket. Ai Ogura, erst in seiner zweiten MotoGP-Saison, war bei zwei Sprints und zwei Rennen immer in den Top 5. Und mit keinem nur irgendwie vergleichbar ist Raúl Fernández – bei Gott kein einfacher Mensch, aber ein Riesentalent. Das hat Aprilia erkannt.“
Warum gerade in Noale Harmonie herrscht? „Aprilia hat immer sehr gute Arbeit mit aus ihren eigenen Reihen geformten Leuten gemacht. Personelle Verluste wie Gigi Dall’Igna konnten ausgeglichen werden. Man hat zwar den Piaggio-Konzern hinter sich, der will aber über jeden ausgegebenen Cent Bescheid wissen.“ Dies zwinge zur Effizienz und strahle letztlich positiv auf das gesamte Team aus, meint Auinger. „Die Chemie passt. Und das Motorrad funktioniert für alle Fahrer – so, wie man es sich vorstellt: draufsetzen, fahren, gewinnen.“
Márquez in Texas Favorit
Die Aprilia-Performance lässt Ducati jedenfalls grübeln. Auch Marc Márquez gibt sich noch etwas verhalten, was nicht nur aufgrund seines noch ausbaufähigen Fitnesszustandes Sinn mache. „In der Blüte seiner Jugend hat sich Marc unverwundbar gefühlt und auf Gedeih und Verderb Sachen probiert. Dafür hat er auch viel Prügel bezogen. Jetzt zeigt er mehr Weitblick und merkt, wo das Limit liegt. Das heißt, heute ist er halt einmal Zweiter, kann morgen wieder Erster sein und übermorgen vielleicht einen vierten Platz akzeptieren müssen.“
Über Titelaspiranten zu sprechen, sei noch sehr früh, einen Marc Márquez mit seinem gesamten Umfeld könne man trotzdem schon jetzt zu den absoluten Favoriten zählen, legt sich der ServusTV-Experte fest. „Aber viele werden ihm den Weg dorthin sehr schwer machen. Die Gefahr, wie im Vorjahr einmal abzudrehen und hinterherzuahren, weil der Reifendruck nicht im optimalen Bereich ist, und dann wieder zu kommen, ist heuer nicht gegeben.“
In Texas führt der Sieg dennoch nur über den neunfachen Weltmeister. Bei zwölf MotoGP-Austragungen auf dem linksrum führenden Circuit of the Americas mit seinen schnellen Richtungswechseln und der ewig langen Geraden triumphierte Márquez sieben Mal. Die Quote ist umso bemerkenswerter, wenn man auf jene fünf US-Rennen blickt, die der Katalane nicht gewann: 2019, 2024 und 2025 schmiss er jeweils in Führung liegend sein Motorrad weg, 2022 gab er ein von Diplopie beeinträchtigtes Comeback. Und vor drei Jahren verhinderte ein Handbruch einen Start.
Italienisches Markenmatch
„Marc weiß, dass er in Austin der Hausherr ist. Dieser Status kann aber ratzfatz in einem Sturz enden“, warnt Auinger. „Es wird wichtig sein, dass er in den Linkskurven seine Weltklasse ausspielt und das Motorrad brav schnurrt. Denn dass die anderen auf der langen Geraden eine drüberkriegen, gilt nicht mehr. Vom Topspeed ist inzwischen Aprilia das Maß der Dinge.“ Am Ende des Reglementzyklus habe Ducati als Frontrunner nunmal den geringsten Spielraum, das Limit noch einmal auszureizen. „Die anderen kommen näher, du kannst nicht mehr davonrennen.“
Auch am Wochenende sollten wieder die italienischen Bikes den Ton angeben, vermutet der Servus-Experte. Denn die japanischen Marken hat er ebenso wenig auf dem Zettel wie die oberösterreichische. „In Thailand war KTM sehr gut, aber eben nur Pedro Acosta. Und in Brasilien war dann das Gefühl für die Front weg, eigentlich die Stärke von KTM. So fehlt dir der Topspeed und der Mut, am Ende der Geraden etwas zu machen.“
Rund um die Rennaction gibt’s alles zur Aprilia-Dominanz plus ein Exklusiv-Interview mit Jorge Martín, der in Goiânia nach 489 Tagen wieder das Podium erklomm. Weiters blickt ServusTV auf den letztjährigen Austin-Gewinner Francesco Bagnaia, bei dem abermals Ernüchterung eingekehrt ist. Und Österreichs Moto3-Hoffnung Leo Rammerstorfer stellt sich einem One-on-One. Alina Marzi und Stefan Bradl melden sich direkt aus der Boxengasse des Circuits of the Americas, den Kommentar liefern Christian Brugger und Alex Hofmann.
Red Bull Motorcycle Grand Prix of the United States bei ServusTV und ServusTV On:
Samstag (28. März):
16:40 Uhr: Qualifying MotoGP LIVE
17:35 Uhr: Analyse Qualifying
23:50 Uhr: Vorbericht Sprint MotoGP
Sonntag (29. März):
00:30 Uhr: Sprint MotoGP Re-Live
00:55 Uhr: Analyse Sprint MotoGP
18:15 Uhr: Beginn der Live-Übertragung
19:00 Uhr: Rennen Moto3 LIVE
20:15 Uhr: Rennen Moto2 LIVE
22:00 Uhr: Rennen MotoGP LIVE
22:45 Uhr: Analyse MotoGP
Quelle: ServusTV