Die ursprüngliche Bedeutung (ab 1953) - Als Hans Trunkenpolz und Ernst Kronreif das Unternehmen offiziell als Motorradmarke etablierten, stand die Abkürzung für:
Kronreif
Trunkenpolz
Mattighofen
Die Anfänge (vor 1953)- Bevor Ernst Kronreif als Gesellschafter einstieg, hieß die Werkstatt von Hans Trunkenpolz schlicht:
Kraftfahrzeuge Trunkenpolz Mattighofen
Heute wird der Name meist nur noch als KTM AG (oder im Rahmen der neuen Eigentümerstruktur unter Bajaj) geführt. Der volle Name wird im Marketing oder im Alltag kaum noch ausgeschrieben, da „KTM“ weltweit als eigenständige Marke für den „Ready to Race“-Spirit bekannt ist.
Die Werkstatt-Anfänge (1934–1952)
Alles begann 1934, als Hans Trunkenpolz in Mattighofen eine Schlosser- und Autowerkstatt eröffnete. Er war ein begabter Mechaniker und reparierte zunächst alles vom Lkw bis zum Fahrrad. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Bedarf an günstiger Mobilität massiv an. Da es kaum Fahrzeuge gab, begann Trunkenpolz 1951 damit, ein eigenes Motorrad zu entwickeln.
Das erste Modell: Die R 100 (1953)
1953 war das Geburtsjahr der KTM-Produktion. Das erste Modell hieß R 100: Sie hatte einen 98-ccm-Motor von Rotax. Fast alle Teile wurden im eigenen Haus gefertigt. Die Belegschaft bestand damals aus nur 20 Mitarbeitern, die etwa drei Motorräder pro Tag bauten.
Der Einstieg von Ernst Kronreif
Da die Expansion Kapital erforderte, stieg 1953 Ernst Kronreif als Gesellschafter ein. Ab diesem Moment hieß das Unternehmen offiziell Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen (KTM). Kronreif brachte nicht nur Geld, sondern auch kaufmännisches Wissen ein, was die Marke schnell wachsen ließ.
Frühe Erfolge und Diversifizierung
Erste Rennerfolge: Schon 1954 gewann KTM die erste Meisterschaft (500er Klasse in Österreich). Das legte den Grundstein für das heutige "Ready to Race"-Image.Der Roller-Boom: In den 1950ern baute KTM sehr erfolgreiche Motorroller wie den Mirabell oder den Mecky. Diese sahen heute fast "retro" aus, waren damals aber hochmodern. Das erste Moped: 1957 kam die Mecky auf den Markt, das erste KTM-Moped mit einem eigenen KTM-Motor.
Die Trennung der Wege (1991/92)
Ein wichtiger historischer Fakt, der oft vergessen wird: Die heutige KTM AG (Motorräder) und die KTM Fahrrad GmbH haben zwar dieselben Wurzeln, wurden aber nach der Insolvenz des Stammhauses 1991/92 getrennt. Die Motorradsparte wurde von Stefan Pierer übernommen und zu dem Giganten geformt, den Bajaj nun kontrolliert. Die Fahrradsparte blieb eigenständig und ist bis heute ein separates Familienunternehmen.
Quelle:
KTM Firmenhistoriker-Dokumentationen/„KTM Motohall“-Archiv Mattighofen