Julius Ilmberger in der German Twin Trophy

Zuerst eine kurze Zusammenfassung von mir:

Mein Name ist Julius Ilmberger, ich bin 19 Jahre alt und studiere aktuell an der Technischen Universität München Maschinenbau. Da mein Vater und Großvater beide viele Jahre und Jahrzehnte Rennen gefahren sind, verbrachte ich schon als kleines Kind viel Zeit auf den verschiedenen Rennstrecken Europas.

Seitdem fasziniert mich alles was zwei Räder und einen Motor hat. Ich selbst hatte die großartige Möglichkeit, schon als 6-Jähriger mit dem Trialsport beginnen zu dürfen. Diesen habe ich über 10 Jahre lang verfolgt und konnte dort, durch die tatkräftige Unterstützung meiner Familie und vieler Freunde, sogar eine Saison in der 125er WM bestreiten.
Ich habe dann im Jahr 2018 mit dem Trial fahren aufgehört und angefangen auf Rundstreckenrennen umzusteigen. Ich bin froh diesen mutigen Schritt getan zu haben, möchte aber den Trialsport auf keinen Fall vermissen, da es nicht nur einer der besten Schulen für jegliche Art von Motorradfahren darstellt, sondern auch einer der freundlichsten Motorsportarten. Ich glaube es gibt kaum einen Einzelkampf-Sportart, wo sich Rivalen so sehr gegenseitig unterstützen und helfen wie hier!

Da auf der Rennstrecke die Klasseneinteilung zu einem großen Teil vom Motorrad abhängt, habe ich mich für die German Twin Trophy entschieden. Dort wird mit 2-Zylindern bis 720ccm gefahren, vorwiegend Suzuki SV 650. Die German Twin Trophy, kurz GTT, wird organisiert von Björn Ritter und Christian Otto, welche selbst beide mit am Start sind und wirklich viel Arbeit und Herzblut in diese Klasse stecken. Meistens fahren wir im Rahmen von Bike Promotion und DMC/RLC, was immer für eine extrem professionelle Organisation der jeweiligen Veranstaltung gesorgt hat. Auch der Zusammenhalt der Fahrer untereinander in der GTT ist extrem gut und wer kein eigenes Motorrad hat, kann sogar für ein Rennwochenende ein fahrfertiges Rennmotorrad für diese Klasse mieten!

Julius
Julius Ilmberger

Zusammenfassung der aktuelle Saison:

Als absoluter Anfänger im Rundstrecken Rennsport habe ich mich für eine Klasse mit kleineren Motorrädern entschieden. Das Konzept und die Leute von der German Twin Trophy haben mich dabei von Anfang an am meisten überzeugt. Da sich mein Vater, noch aus seiner aktiven Zeit, sehr gut mit Ducati's auskennt, haben wir uns für die Monster 696 entschieden und für den Rennstreckeneinsatz entsprechend umgebaut.

Die Saison 2019 ist dann glücklicherweise, viel besser gelaufen als erwartet.

Da 2019 nicht nur meine erste Saison in der German Twin Trophy, sondern auch gleichzeitig meine erste richtige Saison im Rennsport überhaupt war, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte gehofft einigermaßen mitfahren zu können und wenns gut läuft, vielleicht auch mal unter die Top Ten zu fahren. Aber ganz vorne mitfahren, oder sogar gewinnen schien mir unmöglich. Um das Ziel der Top Ten zu erreichen, bin ich im Frühjahr so oft ich konnte trainieren gegangen, um meine Pace weiter zu steigern. Dies wäre aber wohl niemals ohne meine Familie und Freunde möglich gewesen, die wann immer Sie konnten mitfuhren und mich unterstützten.

So musste ich nie alleine trainieren und konnte dank bestem Feedback von meinem Vater und Harald Kitsch, sowohl technisch, als auch fahrerisch große Fortschritte in kürzester Zeit erzielen.

Ich hatte auch das Glück kaum zu stürzen und alle Stürze die ich hatte, gingen immer glimpflich aus. Das ist ja im Rennsport leider nicht selbstverständlich. Als ich beim ersten Rennen am Lausitzring, die schnellste Zeit im Training fahren konnte und aufgrund dessen von der Pole startete, konnte ich das im ersten Augenblick gar nicht glauben und dachte die Zeitnahme hätte wohl einen Fehler gemacht...

Ich habe an diesem ersten Rennwochenende alles gegeben und konnte nicht nur mein Ziel Top Ten übertreffen, sondern sogar einen zweiten und einen ersten Platz einfahren. Ab diesem Moment, war mein Ziel für diese Saison, nicht nur unter die Top Ten, sondern unter die Top Drei zu fahren.

Durch viel Training konnte ich meine mangelnde Erfahrung und Streckenkenntnis weiter verbessern und weiterhin gute Platzierungen einfahren. Nicht zuletzt auch dank der guten Betreuung, durch mein Umfeld und meine Freundin, konnte ich mich immer auf das wesentliche konzentrieren und das Ziel nie aus den Augen verlieren.

Durch den Doppelsieg am vorletzten Rennwochenende in Dijon, konnte ich mit 47 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung zum letzten Rennen in Oschersleben anreisen. Nach einem Sturz im freien Training am Samstag Vormittag im Regen, musste ich aus technischen Gründen das erste Qualifying leider ausfallen lassen. Ich konnte dann aber im zweiten Qualifying noch den 4. Platz rausholen, von welchem ich dann an beiden Tagen startete. Am Samstag hab ich dann einen schlechten Start erwischt, konnte mich aber wieder nach vorn arbeiten und noch einen hervorragenden 3. Platz rausholen. Somit war der Titel in der diesjährige German Twin Trophy gesichert.

Damit hatte noch wenige Monate vorher niemand mit gerechnet und am wenigsten ich selbst.

Am Sonntag habe ich dann im Rennen einen sehr guten Start erwischt. Dieses musste ich aber leider vorzeitig beenden, nachdem ich im Kampf um den ersten Platz, von der Strecke abgekommen bin und nicht mehr rechtzeitig vor der Reifenmauer anhalten konnte. Trotz dem durchwachsenen Wochenende beim Finale in Oschersleben hatte ich eine super erfolgreiche Saison 2019, in der ich nicht nur viel lernen konnte, sondern auch viel Spaß hatte und viele nette Menschen kennenlernen durfte.

Ich bin sicher, dass ich in dieser Zeit dieses Ergebnis nicht ohne meine Familie, Freunde und Unterstützer hätte erreichen können, weswegen ich es viel weniger als meinen Sieg, sondern als einen Team Sieg sehe. Auch mein Motorrad ist dank viel Engagement von Freunden und Firmen problemlos und gut gelaufen.

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Auf dem Weg an die Spitze - Julius Ilmberger

Meine Ziele:

Ich möchte gerne sobald wie möglich mit einem etwas schnelleren Motorrad an den Start gehen. Ich weiß allerdings noch nicht, wann ich diesen Schritt gehen kann. Mein Ziel ist aber ganz klar sobald wie möglich ein hubraumstarkes Motorrad am Limit zu bewegen. Mir gefällt allerdings das Umfeld in der German Twin Trophy auch sehr gut - mal sehen, was die Zukunft bringt!

 

Publikation: Julius Ilmberger