Die "Dakar" in Saudi-Arabien für Heinz Kinigardner "sportlich sehr positiv"

In zwölf Etappen wird die “Rally Dakar” ab 5. Jänner 2020 erstmals durch Saudi-Arabien führen. Die legendärste Langstrecken-Rally zieht damit das zweite Mal in ihrer Geschichte um. Saudi-Arabien bietet nicht nur Sand ohne Ende, es wird auch gebirgige und felsige Abschnitte geben. Für KTM-Berater Heinz Kinigadner macht der Dakar-Veranstalter ASO mit Saudi-Arabien sportlich den richtigen Schritt. Auf der politischen Weltkarte ist Saudi-Arabien allerdings alles andere als eine Hochburg der Menschenrechte. Ein Kriterium, das bei der ASO offenbar nicht besonders schwer wiegt.

“Wir als Team werden auch hier versuchen, das Sportliche im Fokus zu haben und vom Politischen zu trennen”, sagt Heinz Kinigadner.

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Heinz Kinigadner: “Viele haben die große Hoffnung, dass die Dakar nun wieder zurück zu ihren Wurzeln kommt.”

“Wir von KTM wollen Politik und Sport strikt trennen”, sagt Heinz Kinigadner: “Unsere Teams sind auf der ganzen Welt im Einsatz, darunter auch in Ländern, in denen die Menschenrechte nicht ausreichend gewürdigt werden. China zum Beispiel, oder die Türkei. Das ist immer eine Gratwanderung. Und wir werden auch diesmal die Situation in einem Gastgeberland nicht kommentieren.” Bei der Wahl des Dakar-Austragungsortes haben die Teams auch keinerlei Mitspracherecht, die ASO handelt hier völlig autonom ihren Interessen entsprechend. Der finanzielle Aspekt des Deals ist sicherlich ausgesprochen gewinnbringend für den Dakar-Veranstalter.

Sportlich allerdings ist Saudi-Arabien für Heinz Kinigadner eine sehr gute Wahl: “Viele haben die große Hoffnung, dass die Dakar nun wieder zurück zu ihren Wurzeln kommt. Zu richtigen Wüstenetappen und zu richtig schnellen Etappen. Vor allem fahren wir da in einem Land, wo niemand der Teilnehmer vorher trainieren kann. Das ist sportlich dann wieder so wie früher in Mali oder Mauretanien. Da ist vor der Dakar auch niemand hingekommen, um das Gelände genau auszukundschaften. Vom sportlichen Anspruch her ist das eine schöne neue Herausforderung und wirklich sehr sehr positiv zu bewerten.”

Die Unterstützung vor Ort wird von einem fachkundigen Mann organisiert. Sportminister Prinz Abdul Aziz bin Turki Al-Faisal war mehrfacher Middle East Porsche Cup Sieger und ist mittlerweile im Langstreckensport engagiert. “Das wird sich positiv bemerkbar machen”, sagt Heinz Kinigadner, der auch von einem Besuch eines Vertreters des Prinzen im KTM-Hauptquartier in Mattighofen berichtet. Dabei seien die Dakar-Pläne Saudi-Arabiens detaillierter vorgestellt worden: “Im ersten Jahr 2020 wird nur in Saudi-Arabien gefahren. Für das zweite Jahr überlegen sie offenbar, Nachbarländer auf der Arabischen Halbinsel miteinzubeziehen. Es schaut auch ganz so aus, dass sie später auch Richtung Ägypten fahren wollen; mit dem Endziel, die Dakar von Saudi-Arabien aus über Ägypten bis nach Senegal und damit wieder bis nach Dakar zu führen. Saudi-Arabien hat ziemlich viel Geld in Senegal investiert. Neben den sportlichen Interessen gibt es also auch einige wirtschaftliche Argumente für diesen Plan.”

Publikation: Christian Panny/Hartenduro.at
Foto: Ray Archer & Naim Chidiac, Red Bull Content Pool