Pech, Kampfgeist und wertvolle ÖM-Punkte

Pech, Kampfgeist und wertvolle ÖM-Punkte

TEAM WALZER FAMILY & Norbert Mohr Photographie

Auf dem traditionsreichen Motocross-Gelände in Sollern trafen schnelle MX-Passagen, zahlreiche Richtungswechsel und technisch anspruchsvolle Streckenabschnitte aufeinander.
Zwei Stunden Renndauer verlangten den Piloten nicht nur maximalen Speed, sondern vor allem Kondition, Konzentration und taktische Disziplin ab.

Das Wetter präsentierte sich am 22. August beinahe maßgeschneidert für ein Enduro Rennen.
Bei moderaten spätsommerlichen Temperaturen, wechselnder Bewölkung und leicht feuchtem Untergrund blieb den Fahrern die große Hitze erspart.

Gleichzeitig sorgte der stellenweise schmierige Boden für wechselnde Traktionsverhältnisse. Wer in Sollern schnell sein wollte, musste das Motorrad präzise führen, die Kraft über die gesamte Distanz richtig einteilen und beim Herausbeschleunigen ein feines Gespür für das Hinterrad beweisen.

Für das TEAM KTM HUSQVARNA GASGAS WALZER gingen Maurice Egger und Tristan Schabernig in der stark besetzten Klasse Enduro ÖM Open an den Start.

Maurice Egger: Vom Beinahe-Letzten bis an die Spitze

TEAM WALZER FAMILY & Norbert Mohr Photographie

Für den amtierenden Staatsmeister Maurice Egger begann das Rennen denkbar ungünstig. Mit seiner KTM 250 EXC-F erwischte der Oberwölzer einen schwachen Start und musste die Verfolgung aus den hinteren Reihen aufnehmen.
Was danach folgte, war eine Demonstration von Speed und Entschlossenheit. Maurice arbeitete sich innerhalb kürzester Zeit durch das Feld, schloss zum führenden Valentino Hutter auf und übernahm zwischenzeitlich sogar die Spitze.

Dann schlug das Rennpech gleich mehrfach zu.
Der Verschluss seines Trinkrucksacks öffnete sich, wodurch dieser permanent verrutschte und Maurice zunehmend in seinem Bewegungsablauf störte.
Schließlich blieb ihm keine andere Wahl, als sich während des Rennens vom Rucksack zu trennen. Damit begann ein kräftezehrender Kampf ohne Flüssigkeitsversorgung. Über eine Renndistanz von zwei Stunden wurde aus einem zunächst kleinen technischen Ärgernis ein massiver körperlicher Nachteil.

Trotz zunehmender Dehydration blieb Egger in Schlagdistanz. Kleine Fehler und mehrere Stürze warfen ihn zurück, doch der Walzer-Pilot kämpfte sich immer wieder an die Spitze heran. Jede Aufholjagd kostete weitere Energie, bis der Körper endgültig die Grenzen setzte.

Maurice stellte die Attacken ein, verwaltete seine verbliebenen Kräfte und rettete einen enorm wichtigen zweiten Platz ins Ziel.
Dieser zweite Rang war kein verlorener Sieg, sondern eine eindrucksvolle Schadensbegrenzung unter schwierigen Umständen. Wer nach einem missglückten Start bis an die Spitze fährt, ohne Flüssigkeitsversorgung zwei Stunden durchhält und trotz Stürzen nicht aufgibt, beweist jene Qualität, die einen Champion auszeichnet. Mit nunmehr 184 Punkten bleibt Maurice Egger Führender der Enduro-ÖM-Open-Gesamtwertung.
 

Tristan Schabernig: Mit Geduld zum starken siebenten Rang

TEAM WALZER FAMILY & Norbert Mohr Photographie



Auch Tristan Schabernig stellte sich mit seiner GASGAS EC 350F der intensiven Zwei-Stunden-Distanz.
Nach einem Start im Mittelfeld fand der Steirer zunächst nur schwer in seinen gewohnten Rhythmus.
Harte Unterarme und ein noch fehlendes Vertrauen in den wechselnden Untergrund verhinderten in der Anfangsphase, dass er sein volles Tempo abrufen konnte.

Nach rund 30 Minuten änderte sich das Bild. Tristan fand seinen Flow, stabilisierte seine Rundenzeiten und begann, die anspruchsvolle Strecke kontrolliert abzuarbeiten.
Besonders auf den rutschigen Passagen war ein sauberer Gasgriff gefragt, da das Hinterrad immer wieder um Traktion kämpfte.
Er blieb aber ruhig, vermied unnötige Risiken und brachte seine GASGAS nach 14 gefahrenen Runden auf dem starken siebenten Platz ins Ziel.

Mit 114 Punkten behauptet er weiterhin Rang vier in der Gesamtwertung der ÖM Open Klasse.

Die Entscheidung fällt im September

Mit Aspang und Obdach stehen im September die letzten beiden ÖM-Stationen auf dem Programm. Für Maurice Egger geht es um die erfolgreiche Titelverteidigung, für Tristan Schabernig um den Angriff auf die Spitzenplätze der Gesamtwertung.

Jetzt zählt jeder Punkt, jede Linie und jede Sekunde.

Die Ausgangslage ist klar. Das TEAM KTM HUSQVARNA GASGAS WALZER reist als Meisterschaftsführer und mit zwei hoch motivierten Open-Piloten in die entscheidende Saisonphase.
In Aspang und Obdach werden keine Geschenke verteilt. Dort werden Nervenstärke, kompromissloser Einsatz und der unbedingte Wille entscheiden.

Der Titelkampf ist eröffnet – und unsere Walzer-Piloten sind bereit, bis zum letzten Zielsprung alles zu investieren.

 



Quelle: Rene Novak 

MR/AL