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Lars Enöckl: Ergebnis mit einem weinenden Auge

Christian Panny - 13.09.2017 Sport

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Es läuft weiter gut für Österreichs stärksten Hard Enduristen Lars Enöckl. 

Es läuft weiter gut für Österreichs stärksten Hard Enduristen Lars Enöckl. Der KTM-Pilot aus Lunz am See konnte am vergangenen Wochenende beim stark besetzten „Red Bull 111 Megawatt 2017“ in Polen wieder ein Top10-Resultat anschreiben. Nach Platz 15 am Erzberg im Juni und Platz 8 bei der „Red Bull Romaniacs“ im Juli hat sich der 28jährige mit einem 9. Platz in Polen wieder als einer der wenigen Amateure in der Hard-Enduro-Weltspitze behauptet. 

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Das „Red Bull 111 Megawatt“ findet auf dem Gelände des Kraftwerks Bełchatów etwa 100 Kilometer südwestlich von Warschau statt. Es ist das größte Braunkohlekraftwerk der Welt, das Areal des Kohleabbaus ist so groß wie der Wolfgangsee. Hier hat der „pensionierte“ polnische Enduro-Star Taddy Blazusiak zum bereits vierten Mal einen harten und ermüdenden Kurs angelegt. Die KTM-Legende Blazusiak hat unter anderem fünf mal das rot-weiß-rote Erzbergrodeo gewonnen. Die Teilnehmer an seinem „Red Bull 111 Megawatt“ bekamen dann auch auf jedem Meter zu spüren, dass Blazusiak die Härten des Erzbergs nach wie vor ins Herz geschlossen hat. Bereits nach der ersten Runde waren 140 der 500 Starter ausgeschieden. Vor allem drei extrem steile Bergauf-Passagen warfen Dutzende Piloten im wahrsten Sinn des Wortes ab. Nach mehr als zwei Stunden sind nicht einmal 30 Starter im Ziel gewertet worden.

 

Lars Enöckl ging auf seiner KTM 250 EXC TPI von Startplatz 11 ins Rennen und konnte speziell zu Beginn das Tempo der Spitze gut halten. Kurz vor dem Ende kam Enöckl als Sechster zur letzten steilen und langen Auffahrt. Dort allerdings nutzen einige stärker motorisierte Konkurrenten ihren Kraftvorteil und gingen an Enöckl vorbei. Der Lunzer kann mit Platz 9 aber mehr als gut leben. Der Sieg in Bełchatów ging zum dritten Mal in Folge an Enöckls KTM-Markenkollegen Jonny Walker. 

Lars Enöckl nach dem „Red Bull 111 Megawatt“: „Natürlich war es ärgerlich, dass mich ein paar Piloten am letzten Anstieg noch ziemlich haben spüren lassen, dass sie mehr Kubik haben. Ich habe danach nochmal voll riskiert. Unmittelbar vor dem Ziel war noch ein gewaltiges Steinfeld aufgetürmt. Dort hätte ich noch den einen oder anderen Platz gutmachen können. Doch ist mir dann das Vorderrad zwischen zwei Felsen gerutscht und ich hatte ziemlich zu tun, das Bike wieder frei zu bekommen. Im Großen und Ganzen ist das weinende Auge sehr klein. Ich bin das ganze Wochenende über gut gefahren und am Ende war es ganz knapp. Es war ein wirklich cooles Rennen!“

Lars Enöckl hat nur wenig Zeit, seine Batterien wieder aufzuladen. Schon am 28. September trifft sich der Hard-Enduro-Zirkus in Kemer in der Türkei beim „Red Bull Sea to Sky“. Dort findet sich der Österreicher in einer neuen Rolle wieder. Als Vorjahressieger ist diesmal er der Gejagte. 

 

Publikation: Damian_Kramski_Red_Bull /  C. Panny