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Dieter Rudolf Interview: Vom Style her mag ich Jonny Walker

Luke Mac Fernbach - 17.04.2017 Einefetza, Erzbergrodeo, Szene

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Dieter „the Cat“ Rudolf  ist mit seinem individuellen Charakter der Single Malt unter den heimischen Hard Endurofahrern. Den Beinamen „Cat“ bekam er in der Trialszene aufgrund seiner präzisen und äussert eleganten Fahrweise. Ausserdem fällt er immer auf die Füsse, fast immer. Dieter zeigte uns seinen Landsitz in Altlengbach und er plauderte mit uns aus dem Werkzeugkästchen.

 

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Anreise zu Dieter Rudolf - Mit Blick auf den Schneeberg

 

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Pokale schimmern zart durch die Fensterscheiben
 

 

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Beim Antreffen, sägte er gerade ein neues Enduro Hindernis zurecht

 

Das Interview:

MR:
Warum fährst du eigentlich Motorrad ?

 

DR:
Weil es einen Riesen Spaß macht und weil ich eigentlich mein ganzen Leben schon fahre ,von klein an angefangen. Ich bin drauf reingekippt und hab nach wie vor eine große Freude daran.
 

MR:
Was war dein schönster Moment mein Motorradfahren ?
 

DR:
Zielankunft Erzbergrodeo 2014.

 

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Die Finisher Flagge hängt prominent in der 100m2 Werkstätte

 

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Hier kann alles gemacht werden - Ein Hochaus bauen, oder auf den KTM 300 EXC´s schrauben

 

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Perfekte Ordnung im Helm und Stiefel Regal

 

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Sortierte Schrauben auf Abruf bereit

 

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Ebenso der Accessoir Schrank ist in symmetrischer Ordnung

 

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Die Ersatzteil Kisten haben einen besonderen Platz. Hier die Handguards für 2017. Kann man immer brauchen !

 

MR:
Was war dein miesestes Fahrerlebnis in deinem Leben ?
 

DR:
Wahrscheinlich, wie ich mir letztes Jahr die Hand gebrochen habe in Rumänien. Ob es das mieseste war weiss ich nicht, aber das war richtig Scheisse.

MR:
Du bist dann lang ausser Gefecht gewesen, und hast dich dann wieder aufgerappelt und wieder zum trainieren angefangen. Wie oft trainierst du eigentlich ?

 

DR:
Am Motorrad selber nur am Wochenende. Unter der Woche gehts sich fast nicht aus. Bin ja berufstätig. Maximal einmal in der Woche am Motorrad. Ansonsten regelmässig Fitnessstudio und am Wochenende dafür intensiv.

MR:
Musst du dich fahrtechnisch noch weiterentwickeln? Du kommst ja aus dem Trialsport und weisst eh alles und kannst alles ?
 

DR:
Haha. Nein, man muss ständig mehr trainieren. Immer wenn man glaubt am Jahresanfang, man ist super drauf, man hat im Winter viel gemacht und dann schaust du dir die anderen Fahrer an, …. Das geht jedes Jahr einen Schritt weiter. Auch wenn man sich ständig selber verbessert,  man ist jedes Jahr immer dort wo die andern Fahrer auch sind, weil die trainieren auch die ganz Zeit. Das Niveau steigt ununterbrochen. 

 

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Darts werfen wird ebenso täglich trainiert

 

MR:
Du hast ein KINI Gwandl an und ein Red Bull Gwandl. Was bedeutet das in Österreich ?

DR:
Das bedeutet schon echt viel, weil es gibt nicht viele Fahrer in Österreich die von KINI unterstützt werden. Es schaut leiwand aus und ich bin dankbar von KINI Red Bull unterstützt zu werden.

MR:
Bist du dieses Jahr wieder beim Erzbergrodeo mit dabei ? Und was ist dein Plan ?
 

DR:
Ja, ich bin dabei. Planen kann man das EBR schwer, weil da kann soviel passieren. Alles ausprobieren… und es fangt an beim Prolog an eine gescheite Zeit zu erfahren, um beim Hare Scramble eine gute Startposition zu haben. Dann einen guten Rhythmus finden und schauen was geht. Alles geben, auf alle Fälle.

MR:
Du bist einmal mit der KTM Freeride 350 mit Automatik-Kupplung in die ersten Startreihe gefahren, wie ist das passiert ?

DR:
Da sind mehrere Faktoren mit im Spiel gewesen. Das war das Jahr wo viel Schnee war, mit dem verkürzten Prolog, ohne den oberen Highspeed Passagen. Da hätte ich sicher eine Zeit aufgerissen. Aber ich bin auch voll gefahren und habe keine Fehler gemacht. Es war ein super Lauf.

MR:
Hr. Katoch, der Chef vom Erzbergrodeo, der zelebriert ja immer seine „spitze“ Kurventechnik am Prolog, wie schätzt du diese Kurven Technik ein? Ist die wirklich schneller, oder können die Fahrer die die Kurven rund fahren auch vorne mit dabei sein ?

 

DR:
Wir haben das jahrelang probiert und analysiert und letztenendes muss ich sagen , "Spitz" fahren ist schneller. 
 

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Der neue Erzbergrodeo Dekor liegt bereits in der Schublade

 

MR:
Hast du irgendein Vorbild beim Motorradfahren ?

DR:
Pfoahh, das ist schwierig. Also im Extrem Enduro Bereich, vom Image her , oder vom Style her, dann ist sicher Jonny Walker ganz vorne dabei. Macht eine mächtig gute Figur auf dem Motorrad, ist wahnsinnig schnell, wirkt super sympathisch. Aber rein von der technischen Seite her, dann gibts´ nur den Jarvis. Der spielt in einer ganz eigenen Liga. Wie beim Trialsport der Toni Bou. Das schaut alles so kinderleicht aus.

MR:
Du warst gerade in England für KTM fotografieren. Das heisst, wenn ich den Katalog aufschlage sehe ich dich ?

 

DR:
Haha. Das kann passieren. Die letzten Jahre war ich oft dabei. Man hat mich desöfteren zum Shooten eingeladen und Ja, im KTM Katalog bin oft abgebildet.

 

MR: 
Was war dein schönstes Shooting bis jetzt?

 

DR:
Vor 3 Jahren in Sardinien. Das war richtig genial. Das Gelände wahnsinnig schön. Die hellen Steine und das blaue Wasser. Ein Traum.

 

MR: Welches Motorrad ?
 

DR:
Die ganze EXC Modelle. Enduroshootings halt.

MR:
Du bist ja auch KTM Strombike Fahrer. Und in der Szene heisst es, du bist der allerbeste KTM Strombike Fahrer der Welt. Wie schätzt du dich ein, auf einem E Bike ?

DR:
Naja, der allerbeste Fahrer ist vielleicht ein bisserl hochgegriffen, aber ich bin schon einige Stunden auf der KTM Freeride E gefahren und habe sicher einige Erfahrungen gesammelt. Es ist irrsinnig witzig und man wird sehen wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt. So wie es jetzt ist, ist es eine super Alternative, oder besser gesagt eine Ergänzung, denn ein echtes Benzin Renngerät ist es dennoch nicht.

MR:
Also, du kannst dir nicht vorstellen das Erzbergrodeo mit der Freeride E zu fahren ?

DR:
Momentan eher nicht. Ich glaube auch nicht, dass es so schnell passieren wird. Für mich gehört auch ein bisschen Motorgeräusch dazu.

MR:
Privat bis du ein sehr umgänglicher Typ, bzw. wüsste ich nicht wo wir anecken könnten…Hast du viele Freunde ?

DR:
Hahah, viele Freunde ist relativ: Aber ich glaub ich hab schon einige Freunde.

 

MR:
…mit denen du zb. am Abend weggehst, machst du viel Party ?

 

DR:
HAHA, Selten. ich bin froh wenn ich eine Ruhe habe am Abend und den Tag gemütlich ausklingen lassen kann.

 

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Perfektes Ausklingen eines harten Arbeitstages - Puzzeln

 

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Oder mit Blick in die Ferne - am Bankerl vor dem Haus meditieren

 

MR:
Wie schauts´ aus mit der Familienplanung ? Sind Kinder ein Thema für dich ?
 

DR:
Ja auf alle Fälle. Derzeit noch nicht Akut, aber es ist sicher beizeiten angedacht.

MR:
Du lebst hier auf einem äussert idyllischen Flecken Erde. Weisst du das hier zu schätzen, oder denkst du dir hinundwieder, wie es wäre in der Stadt zu leben, quasi am Puls der Zeit ?

DR:
In 1000 Jahren nicht. Das was ich hier habe ist Weltklasse. Gute Anbindungen und trotzdem mitten in der Natur. Der nächste Nachbar ist 300 Meter weg. Ich könnte mir nicht vorstellen in einer Wohnung in der Stadt zu wohnen, oder in einem Reihenhaus.

MR:
Apropos Nachbarn. Du hast ja da eine eigene Endurostrecke in der Nähe. Wie ist das da mit den Nachbarn. Kannst du da einfach durch den Wald fahren , oder musst vorher fragen gehen, oder wie schaut das aus in der Praxis ?

DR:
Wir haben das gut geregelt im Grossen und Ganzen, Die Nachbar dulden das, und unterstützen mich sogar in diese Richtung. Die Runde ist zwar nicht so spektakulär, aber für Trainingszwecke absolut ausreichend. Viele haben diese Möglichkeit überhaupt nicht und ich bin sehr dankbar dafür.

MR:
Wer ist in Österreich derzeit dein härtester Konkurrent? Oder sagst du dir ich habe keine Konkurrenten, sondern nur Freunde mit denen ich gerne Motorrad fahre ?

DR:
Ich glaube ich verstehe mich mit allen ganz gut, aber klar ist, wenn ich Wettrennen fahre sind es meine Konkurrenten. Einmal ist der besser, dann wieder der und wenn man Rennen fahrt, will man halt gewinnen. Es gibt Topfahrer im Hard Enduro Bereich wie den Lars Enöckl, oder den Bertl Philip. Die sind sicher die besten Fahrer in Österreich, aber wenn es ein bisserl schneller wird, dann wiederum ist es der Marco Schöpf. Der fahrt derzeit in seiner eigenen Liga.

 

MR:
Anderes Thema. Heute haben die Türken entschieden lieber einen König zu haben, als dass sie selber über ihr Schicksal entscheiden können., Was sagst du dazu ?

DR:
Ich war den ganzen Tag Enduro fahren und hab das maximal am Rande mitbekommen. Aber in Wirklichkeit ein Wahnsinn !

MR:
OK. Was ist deine Lieblingsspeise ?
 

DR:
Spaghetti

MR: 
Was ist deine Lieblingsfarbe ?

DR:
Orange. Eh klar.

MR:
Was ist dein Ziel für 2017 ?

DR:
Ich möchte einige Hard Enduro Rennen bestreiten.  Erzbergrodoe, Rumänien, etc…Im Sommer habe ich viele Shows mit der E Freeride….Fad wird mir nicht. Geniessen und schauen was geht.

 

MR:
Was sind deine Gedanken, wenn du an deine Pension denkst ?

DR:
Pfff. keine Ahnung. Das ist noch soweit weg. Da habe ich noch keine Gedanken daran verschwendet.

MR:
Wie bist du eigentlich als Enduro Fahrer abgesichert ?

DR:
Moment bin ich schlecht abgesichert, ich haben weder eine Unfallversicherung, noch eine Sonderklasse. Steht aber auf meiner to - Do Liste weit oben.

MR:
Was war dein letztes Buch das du gelesen hast ?

DR:
Hahaha, keine Ahnung. Kann mich nicht an das letzte Buch erinnern.

MR:
Welcher Film ?

DR:
Keine Filme, aber dafür Serien.

 

MR:
Welche Serie ?

 

DR:
Walking Dead, momentan.

MR:
Lieblings Musik ?

 

DR:
HIP HOP.

MR:
Wenn du einem jungen Motorradfahrer etwas mitgeben würdest, was wäre das ?

 

DR:
Das wichtigste ist Spaß an der Sache haben. Aber egal in welcher Sache, wenn kein Herzblut dabei ist, wird es nix werden. Das ist für mich der Schlüssel zum Erfolg.
 

 

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Dieser Blick in den Kühlschrank hat uns überrascht. (sic. Dieses Foto war nicht gestellt)

 

 

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Ein echter Weinkenner. Am liebsten trinkt er DAC Grüner Veltliner aus dem Kremstal

 

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Dieter Rudolf 2017 im Paradies mit seiner 300er Kantn